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Paris im Frühling – ein Liebesbrief in fünf Spaziergängen

Citytrip

Paris im Frühling – ein Liebesbrief in fünf Spaziergängen

Wenn die Magnolien an der Seine blühen und die ersten Caféterrassen wieder geöffnet haben, fühlt sich Paris an wie das beste Versprechen einer Stadt. Fünf Routen, auf denen wir uns jedes Jahr neu verlieben.

Hanna Vogt März 2026 9 Min. Lesezeit

1. Vom Marais zur Île Saint-Louis – Cafés mit Patina

Wir starten unsere Frühlings-Tour früh am Morgen im Marais. Vor den Boulangerien duftet es nach Butterhörnchen, in der Rue des Rosiers stehen die Falafel-Verkäufer schon bereit. Unser Ziel: das Café Charlot, ein Klassiker, in dem Pariserinnen morgens noch genauso elegant aussehen wie 1925.

Anschließend schlendern wir Richtung Place des Vosges, dem ältesten Platz der Stadt. Im Frühling verwandelt er sich in eine grüne Lichtung mitten in der Altstadt. Ein paar Schritte weiter wartet die Île Saint-Louis – kleiner, ruhiger und romantischer als die berühmtere Île de la Cité gegenüber.

2. Latin Quarter und Jardin du Luxembourg

Über die Pont de l'Archevêché geht es ins Quartier Latin. Hier hat die Sorbonne ihren Sitz, hier studieren bis heute Generationen junger Franzosen. Wir tauchen in die schmalen Gassen rund um die Rue Mouffetard ein, kaufen Marktstand-Käse für später und stoßen am Place de la Contrescarpe auf den Spuren Hemingways aus.

Der Höhepunkt: der Jardin du Luxembourg. Wer einen sonnigen Frühlingstag im grünen Stuhl an der Springbrunnenrunde verbringt, versteht, warum Pariser ihren Stadtgarten so sehr lieben.

3. Saint-Germain-des-Prés – literarisch wie eh und je

Im Café de Flore und bei Les Deux Magots schrieben einst Sartre und Simone de Beauvoir. Heute zahlt man dort fünf Euro für einen Espresso, aber es lohnt sich für die Atmosphäre. Bessere Croissants gibt es ein paar Häuser weiter bei der Boulangerie Poilâne – dort, wo Catherine Deneuve angeblich ihren Sonntagslaib holt.

Lustig: Wer im Frühling durch die kleinen Buchläden am Boulevard Saint-Germain stöbert, findet zwischen Schlagern und Schinken-Tartine fast immer den ein oder anderen Roman, der für die nächste Bahnfahrt herhalten kann.

4. Montmartre – Künstler-Hügel ohne Klischee

Touristen drängen sich an der Sacré-Cœur. Wir schlagen einen Bogen, biegen vorher in die Rue Lepic ein und finden Amélies Café (Café des Deux Moulins) ohne Schlange. Frühling auf Montmartre heißt: blühende Glyzinien an den Mauern, schräge Gässchen und Aussicht über halb Paris.

Mein Geheimtipp: das Bistro Le Refuge ganz oben in der Rue Lamarck. Sonntagsmenü, kein Englisch, perfekt.

5. Sundowner am Canal Saint-Martin

Die Sonne sinkt – Zeit für unseren Lieblingsabend in Paris. Am Canal Saint-Martin sitzen die jungen Pariser mit einer Flasche Sauvignon Blanc und Käse vom Marché Couvert auf der Kaimauer. Niemand hat es eilig.

Wer noch tanzen will, läuft fünf Minuten weiter zur Rue Sainte-Marthe oder ins legendäre Comptoir Général. Wir bleiben sitzen, schauen den Schiffen zu und schließen unseren Frühlings-Brief mit einem stillen Lächeln.

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